Dienstag, 9. Oktober 2012

Hunger Games OST Cover

Es ist zwar jetzt schon ein bisschen her, aber wir haben ein neues Video gebastelt!
Passend zum DVD-Release der Hunger Games DVD (Tribute von Panem).
Schaut doch mal rein und lasst uns wissen, was ihr davon haltet!
http://www.youtube.com/watch?v=-JBW3V7eJ74&feature=youtu.be&pxtry=2

Donnerstag, 16. Februar 2012

Jar of Hearts Cover

Gestern haben mein Bruder und ich eine Live Acoustic Version von "Jar of Hearts" aufgenommen.
Schaut und hört doch mal rein :)
Jar of Hearts

Montag, 21. November 2011

Lia - Eine Kurzgeschichte

Diese Kurzgeschichte ist schon etwas älter. Geschrieben hab ich sie 2006 zu Weihnachten. Im Rahmen der Schulweihnachtsfeier habe ich sie auch vorgelesen.
2008, als ich gerade in Canada war habe ich diese Geschichte dann ins Englische übersetzt und an die Schülerzeitung dort geschickt. Wurde aber nie veröffentlicht. ;)
Hier jetzt also die originale, deutsche Version.
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Lia

Es ist Anfang Dezember – Adventszeit. Die Stadt ist geschmückt, in den Fenstern leuchten bunte Sterne, Weihnachtsmänner hängen an den Häuserwänden. Der Weihnachtsmarkt ist in der Stadt und Menschen eilen von Stand zu Stand um noch etwas ganz Wichtiges zu besorgen. Die Luft ist erfüllt von der Weihnachtsstimmung. Glocken klingen durch die Nacht und der Duft von Zimtsternen lässt viele Leute anhalten und genießerisch den Geruch einatmen. Ja, bald würde Weihnachten sein. Auch Lia ist in der Stadt. Sie sitzt auf einer Bank in einer kleinen, verlassenen Grünanlage. Es ist kalt, das Mädchen friert. Sie zieht ihren  Mantel fester um sich. Sie ist ganz still und starrt ins Nichts. Woran sie denkt? Vielleicht an vergangenen Zeiten. Dann schüttelt sie den Kopf und steht auf.
Sie geht zum Weihnachtsmarkt, dort ist es wärmer. Schon von weitem sieht sie die vielen Menschen und alle Düfte steigen ihr verführerisch in die Nase. Sie schlüpft zwischen den Menschen hindurch, klein, grau, unbemerkt. Ihr Blick ist am Boden, sie wird übersehen. Wer achtet schon auf ein kleines Mädchen?
Hier und da stibitzt sie ein Stück Waffel, nippt an stehen gelassenen Glühweinbechern. Jetzt ist ihr nicht mehr kalt, das Getränk wärmt sie. Lia schlängelt sich weiter, doch dann hört die Menschenmasse plötzlich auf. Erstaunt sieht sie auf. Das Mädchen hatte nicht auf ihre Umgebung geachtet. Jetzt steht sie vor einer Bühne. Ein Mann steht darauf und hält eine Rede. Lia will gerade wieder untertauchen, da schnappt sie die Worte des Mannes auf:
„Es gibt ihn, den guten Hirten, er ist immer bei uns“ 
Lia hält in der Bewegung inne um zu zuhören. Da gibt es wen, der immer bei ihr ist? Darüber will sie mehr wissen. Aber der Mann erzählt weiter:
„Sein Reich ist unendlich und ewig. Der Herr selbst ist gütig und auf aller Wohl bedacht. Alle Menschen, die von uns gehen, kommen in sein Reich und alle werden in Ewigkeit geeint sein und in Frieden leben. Das irdische Leben ist ein Nichts gegen das Reich des Allmächtigen!“
Das kann Lia nicht so ganz glauben. Sie erinnert sich, ihre Eltern haben ihr von „Gott“ erzählt. Aber Lia glaubt nicht an Gott. Nicht an den  „Vater im Himmel“, der über uns steht und herrscht in alle Ewigkeit. Der uns geschaffen hat und alle liebt. All das haben ihre Eltern gesagt. Doch dann waren sie tot. Abgestürzt auf dem Weg nach Hause. Dort, wo sie ihrem Schöpfer am nächsten waren. Kein Gott hat es verhindert.
Nein, Lia kann nicht an Gott glauben. Zu schmerzlich ist die Erinnerung an den Verlust. Das Mädchen dreht sich um und geht. Sie verlässt das bunte Treiben auf dem Marktlatz und tritt ins Dunkel. Sie sucht einen Schlafplatz. In einem Hinterhof findet sie einen ausrangierten Sessel und schläft darin ein…
Die nächsten Tage sind ereignislos. Lia kann alles besorgen, was sie zum Leben braucht, eine nette Dame schenkt ihr sogar Schokolade. Aber die Rede des Mannes kann sie nicht vergessen.
Und dann findet sie einen Stein. Es ist ein schöner Stein, silber-grau und in Form eines Flügels. Lia steckt den Stein ein. Er soll ihr Glück bringen. Sie läuft durch die Stadt, eine Hand umschließt fest den Stein in ihrer Manteltasche. Er wärmt sie und gibt ihr Kraft. Es hat geschneit und für Lia ist es noch schwerer einen Platz zum Schlafen zu finden als sonst. Spät am Abend entdeckt sie eine leer stehende Garage. Sie geht hinein und legt sich an die Rückwand. Hier kann ihr der draußen wirbelnde Schnee nichts anhaben. Matt leuchtet eine Straßenlaterne von draußen in die Garage. Lia holt den  Stein aus der Tasche und betrachtet ihn genauer. Plötzlich meint sie, leise wispernde Stimmen zu hören. Angestrengt lauscht sie. „Ich beschütze dich, ich werde dich leiten und dir helfen. Wenn du auch mich schützt.“ Die Stimme verstummt und das Mädchen fragt sich verwirrt, wer da gesprochen hat. Der Stein? Und schon klingt die Antwort aus dem Nichts: „Die Antwort liegt tief in deiner Seele. Finden musst du die Wahrheit aber selber.“ Lange rührt sich Lia nicht. Sie ist verwirrt und denkt nach. Doch dann schläft sie irgendwann ein.
Sie hat einen wirren Traum. Sie läuft durch einen dichten Nebel. Dann fühlt sie einen Sog, etwas scheint sie zu fassen und zu leiten. Sie kann nichts sehen und tappt blind durch die Gegend, aber dann klart es auf und Lia erkennt wo sie ist: Auf einer Frühlingswiese, Schafe grasen auf ihr und sie erkennt in der Ferne auch einen Schäfer und seinen Hund. Es ist ein friedliches Bild.
Dann wacht Lia auf. Ihr Kopf tut weh und sie verspürt den Drang zu laufen. Rasch steht sie auf, tastet  in dem Mantel nach dem Stein und marschiert los. Sie läuft den ganzen Tag, ohne Ziel irrt sie durch die Gassen und Straßen der Stadt. So vertraut sind sie, dass Lia nicht nachdenken muss. Einfach laufen. Aber ihr Kopf wird nicht frei. Wirre Gedanken schießen ihr durch den Kopf. Ihr Stein liegt in ihrer Tasche. Nicht schwer, nicht  leicht, einfach da.
Abends kehrt sie zu der Garage zurück. Es ist ein guter Ort zum schlafen, geschützt vor dem Wetter und abgelegen von Wohnungen, keiner würde sie finden.
In dieser Nacht schläft Lia gut. Auch die nächsten Tage und Nächte geschieht nichts Merkwürdiges. Erst in der Nacht zum 24. hat sie wieder einen Traum.  Er ist fast identisch mit dem anderen. Sie läuft wieder geführt von etwas durch den Nebel und wieder gelangt sie am Ende zu der schönen Wiese. Und plötzlich hat Lia das Gefühl, dort die Antwort auf ihre Fragen zu finden. Mitten in der Nacht steht sie auf und läuft los.
Sie weiß zwar nicht, in welcher Richtung die Wiese zu finden ist, aber sie vertraut ihrem Gefühl. Sie drückt den Stein in ihrer Tasche fest und dann betritt sie den unbekannten Weg außerhalb der Stadt. Dort ist sie noch nie gewesen. Das Mädchen versucht sich zu erinnern, an Details aus ihrem Traum. Wie sah der Weg aus. Aber sie weiß fast nichts mehr. Plötzlich überkommt Lia dieses Gefühl, dass da wer ist. Es ist wie ein Sog. Lia weiß jetzt, dass sie richtig ist, es ist ihre unsichtbare Führerin, sie wird Lia den Weg zeigen. Tatsächlich öffnet sich bald der undurchsichtige Vorhang aus Dunst und sie sieht die Wiese. Die Schafe grasen dort, genau wie in ihrem Traum. Und dort hinten steht der Schäfer. Er lächelt ihr entgegen.  Jetzt ist Lia verunsichert. Sie erinnert sich an die letzten Wochen. Ja, das hier ist die Wahrheit, die sie finden sollte. Es gibt einen Ort voll Geborgenheit und Liebe und jemanden, der immer auf einen aufpasst. Lia ist endlich dort angekommen, wo sie hingehört…       

Dienstag, 23. August 2011

Viel neues

Hallo,
ich bin lange nicht mehr zum schreiben gekommen, es passiert einfach viel zu viel. Direkt nach der Fahrt nach London war ich auf dem Drachenfest und danach dann nochmal in Berlin... Ich komm viel rum ^^
Haartechnisch gibt es natürlich neue Fotos von Frisuren, unter anderem ein paar Schleifen, ein nachgebautes Haarteil und ein Käfiggeflecht. 







Außerdem habe ich mit meinem Bruder ein weiteren Song aufgenommen, das Video dazu findet ihr hier:
On my way
Schaut und hört doch mal rein :)

Soweit erstmal von mir.

Montag, 11. Juli 2011

Ein Kurztrip mit meiner Familie – Stockholm für 4 Tage


Was da auf uns zukommen würde, wussten wir eigentlich schon im Vorfeld. Schließlich haben wir schon sehr viele Urlaube zusammen verbracht und kannten unsere Macken. Das allein bewahrt allerdings nicht vor Chaos.
Die paar Tage waren gut durchplant, es standen verschiedene Museen, Schifffahrten und natürlich auch Shopping auf dem Programm. In etwa wussten wir auch, mit welchen Mitteln die Ziele zu erreichen waren, alles weitere würde man dann ja vor Ort klären... Und so ging es dann los...

Donnerstag, 7. Juli, 5 Uhr:
Mein Wecker klingelt, völlig verschlafen krieche ich aus dem Bett ins Bad und in die Klamotten. Der Koffer ist ja immerhin schon gepackt, und zwar diesmal bei ALLEN Familienmitgliedern. Mein Bruder tendiert dazu, den Koffer ca. 30 Minuten vor Abfahrt zu befüllen, diesmal konnten wir ihn aber davon abhalten. Wecken muss ich ihn, da er bei meinen Eltern gar nicht erst reagiert.
Mein Vater ist derweil schon im Stress, ob das Taxi wirklich groß genug sein wird. Immerhin sind wir 4 Leute und 4 Koffer! Oh nein! Ein normaler Kombi schafft die Menge ja nie!
Mit nur fünfminütiger Verspätung brechen wir auf. So gut lagen wir schon lange nicht mehr in der Zeit!
Wies am Flughafen abläuft, wissen die meisten von euch denke ich mal, das ganze erspar ich euch mal. Einige Stunden später waren wir dann glücklich in Stockholm gelandet, die Koffer waren innerhalb weniger Minuten da und wir suchten uns ein Taxi. Mein Vater äußerte wieder seine Sorgen: „Ob die Autos hier groß genug sind?“ Wir hatten dann einen Kleinbus, wo jeder von uns quasi 2 Sitze zur Verfügung hatte. Soviel dazu...
Während der Fahrt bekamen wir ja schon einen kleinen Eindruck von der Stadt. Überall wunderschöne alte Häuser, riesengroß und eins besser als das andere. Da wusste ich gar nicht, welches ich nun haben wollte :D :D
Im Hotel waren unsere Zimmer schon fertig, obwohl es erst 10 Uhr war (oder so). Darüber hatten sich meine Eltern auch schon Sorgen gemacht.
Skippen wir das Beziehen der Zimmer und gehen direkt mal los auf Stadterkundung.
Das Hotel liegt auf Gamla Stan, also der Altstadt Stockholms. Von uns liebevoll „Gammelstadt“ genannt. Zuerst aber liefen wir Richtung Zentrum, wir brauchten ja so 3-Tages-Tickets, damit wir auch alles besichtigen konnten, was wir wollten.
Jetzt beginnt das große Abenteuer. Mit der Karte bewaffnet stiefeln wir los, bis wir dann irgendwann an mysteriöse Weggabelungen stoßen, die nicht eingezeichnet sind und die Wege, die eingezeichnet sind nicht vorfinden. Meine Mutter bleibt irritiert stehen, guckt auf die Karte, mein Vater ist schon genervt, dass alles so weit weg ist. Mein Bruder hat Stöpsel im Ohr und schläft im Gehen vor sich hin. Und ich reiße die Karte an mich und orientiere mich selbst. So schwer ist das doch nicht, Karten zu lesen! Damit übernehme ich also die Führung und wenige Minuten und die Auskunft eines netten Einwohners später haben wir auch die Tourist Information erreicht.
Mit den Karten und einigen Flyern von Sehenswürdigkeiten ausgestattet wandeln wir darauf durch Stockholm, mal links, mal rechts, ohne Ziel. Bis ich anmerke, dass ich seit 5 Uhr morgens nichts gegessen habe und es langsam Zeit für mein Frühstück wird. Es ist schon halb 12!
Der Plan: In ein Café gehen und dort Sandwiches kaufen. Klingt ja einfach.
Das Café war schnell gefunden. Die Karte dort war allerdings auf Schwedisch, dessen wir alle nicht mächtig sind. (Ich habe mir im Vorfeld immerhin ein paar Grundvokabeln angelernt...).
Mein Bruder und ich, praktisch veranlagt, bestellen auf Englisch zwei der Sandwiches, die in der Auslage liegen. Da weiß man auch, was man bekommt.
Meine Mutter ist da anders. Völlig verwirrt guckt sie auf die Karte und bestellt irgendeinen Salat mit Nudeln. Zwischendurch fällt ihr auf, dass mein Vater auch was essen will, will für ihn auch einen von den Sandwiches, was bei ihr irgendwie komplizierter zu bestellen ist als bei mir. Getränke bekommen wir auch irgendwie, Self-Service aus dem Schrank. Sowas läuft bei uns auch immer mit Fluchen, genervten Blicken und „Mama, so schwer ist das doch nicht...“ ab. Muss sehr erheiternd für die anderen Gäste gewesen sein.
Letztendlich haben wir aber unser Ziel erreicht und alle waren gesättigt.
Ab da wurde dann der schön ausgearbeitete Plan immer wieder umgestaltet. Die Schifffahrt die direkt im Anschluss geplant war wurde auf Abends verlegt, weil das Schiff vorher schon voll war und wir ja nicht eine Stunde warten wollten. Stattdessen wurde das „Stadhusen“ besucht, da wo immer das Nobel Bankett abgehalten wird.
Während meine Mutter und ich darüber sinnierten, wie wunderbar man dort Abibälle abhalten könnte, motzte mein Vater über meinen Bruder, der mit seiner (Papas) guten Kamera sehr viele Fotos machte und deshalb langsamer war als alle anderen. Eigentlich wollte er bestimmt bloß selber Fotos machen...

So genau weiß ich jetzt nicht mehr, was wir noch so gemacht haben. Irgendwie tingelten wir wieder nach Gamla Stan und haben da dann gegessen, Shops angeguckt und Zeit totgeschlagen bis wir Schiff fahren konnten.
Restaurants finden ist in unserer Familie auch so eine Sache. Jeder hat eine andere Meinung dazu. Meine Mutter wollte gerne draußen sitzen, das Wetter war ja so super. Mein Vater achtete auf den Preis, die aber auch wirklich ziemlich hoch sind da. Ich brauch eins, wo es Nudeln und ähnliches gibt, weil ich eben nicht alles esse. Mein Bruder war genervt und wollte einfach nur irgendwo essen...
DAS Theater gab es JEDEN Tag. Vor jedem Restaurant stehen wir dann fünf Minuten und diskutieren, bis eh kein Platz mehr frei ist und dann ziehen wir weiter.
Wenn ich jetzt jeden Tag nacherzähle, wird das ein Roman. Außerdem wollt ihr das gar nicht alles wissen.
Meistens lief es eh in den selben Mustern ab. Morgens hatten wir uns um 9 für das Frühstück verabredet. Ich war um viertel vor schon fertig, mein Bruder schlief bis 5 vor, obwohl ich ihn schon vorher geweckt hatte, weigerte er sich einfach, aufzustehen. Dementsprechend waren wir jeden morgen zu spät, was ich auf den Tod nicht leiden kann, das chronische zu spät kommen.
Dann ging es immer los, zu irgendeiner Sehenswürdigkeit, Museum oder sonstiges. Nach dem ersten Tag waren meine Füße so kaputt, dass ich nicht mehr laufen wollte und das zog sich auch bis zum letzten Tag so hin.
Mein Vater beschwerte sich über Warteschlangen und die Preise, mein Bruder über seine Füße und dass er nicht schlafen durfte, ich über die Verplantheit meiner Mutter und über die anderen beiden und meine Mutter über uns alle, weil wir die Landschaft um uns nicht genossen. Tja. Happy Family Life!
Im Vasamuseum schlief mein Bruder während eines Dokumentarfilms ein. Mein Vater verlor seine Sonnenbrille. Wir wären fast nicht alle auf die Fähre gekommen, weil wir mal wieder verstreut in der Schlange standen – meine Eltern vorne, ich im Schatten und mein Bruder als letzter.
Das Lauftempo meiner Mutter ist auch eine Sache für sich. Wir nennen es liebevoll „wanken“. Denn sie läuft nicht einfach eine Straße lang, sie guckt dabei in alle Richtungen, um ja nichts zu verpassen – kriegt das mit dem Laufen dabei aber nicht so auf die Reihe, ist mal links, mal rechts, bleibt manchmal auch einfach unvermittelt stehen... Gar nicht so einfach, da dann nicht reinzurennen.

Natürlich gibt es aber auch viel positives an der ganzen Sache. Schweden ist ein Traum. Für meine Mutter – weil es landschaftlich toll ist.
Für meinen Bruder – weil es dort Larp-Sachen zu kaufen gibt, die es hier nie geben würde.
Für mich – weil es unglaublich viele Kronleuchter gibt. Ich habe eine gaaaanz kleine Obsession...
Kronleuchter! Egal ob in Kirche, Museum oder sonst wo, wenn ich einen schönen sehe, wird er fotografiert – nicht die Wandgemälde. Ich habe selber einen in meinem Zimmer und bin noch auf der Suche nach einem für meine Wohnung. In Deutschland? Fehlanzeige. Aus Plastik ja, aber sonst...
Und in Schweden gibt es einfach ganze LÄDEN nur mit Leuchtern! *o* Und sogar bezahlbar!
Ich war schon am ausmessen, ob ich einen wohl in den Koffer kriegen würde... Aber naja, meine Eltern waren dagegen. Jedes Mal, wenn ich einen Kronleuchter sah, kam „Kronleuchter!“ von mir. Bestimmt das am meisten verwendete Wort :D
Shoppen war auch sehr schön. Mit der ganzen Familie zwar auch sehr stressbesetzt, aber immerhin erfolgreich. Ich hab endlich ein Leinenkleid und eine Corsage! Aber leider keine Flip-flops xD

Ah, es wird echt lang... Ich glaub ich skippe jetzt mal zum Ende. Am Flughafen Stockholm waren wir sehr früh, hatten also jede Menge Zeit noch zum shoppen. Ich hatte noch keine Ohrringe, und wurde langsam ungeduldig. Ich kaufe IMMER Ohrringe, wenn ich irgendwo in Urlaub bin. Das stößt nicht immer auf Verständis, aber was solls. Im letzten Shop vor den Gates wurde ich dann auch fündig, hübsche Ohrringe für einen halbwegs akzeptablen Preis.
Wir hatten aber immer noch Zeit, und wie der Zufall so will kamen wir an einem der vielen Restaurants da vorbei, und es lief Fußball im Fernsehen! USA gegen Brasilien. Die letzten Minuten. Mein Bruder und ich setzten uns natürlich sofort und waren auch erst wieder wegzukriegen, als das Boarding anfing. Wir hatten ja schon die anderen Spiele nicht sehen können, außer das Deutschland – Japan... Naja, dazu sag ich jetzt auch mal nichts :D
Meine erste Handlung wieder auf deutschem Boden war natürlich das Ergebnis im Internet nachgucken ^^
Die Koffer waren auch wieder bald da, für meinen Vater wieder zu lang... Dann kam zum vierten und letzten Mal in diesem Urlaub: „Ob wir auch ein großes Taxi bekommen....?“ Und damit ging es ab nach Hause und ins Bett!

Insgesamt war es ein sehr schöner, wenn auch chaotischer Kurztrip. Aber anderes kenne ich eh nicht von meiner Familie. Wie auch, wenn Mr. Ungeduldig, Mrs. Verpeilt, Mr. Immer-Müde und Miss Schnell-Genervt zusammen losziehen? ;)

Sonntag, 3. Juli 2011

Abiball

Gestern war es soweit, ich hab mein Zeugnis bekommen und abends gebührend Abschied gefeiert.
Meine Frisur für diesem Anlass ist sehr spontan entstanden, mit viel Gefluche und dem Drang, einfach alles hinzuschmeißen und nicht zum Ball zu gehen ^^
Von vorne sah es gut aus, von hinten nicht, deshalb hier nur das eine Foto:

Es war ein wunderschöner, wenn auch etwas wehmütiger Abend, Höhepunkt war das gemeinsame Singen des "Graduation Song". Da blieb keiner ruhig und das ein oder andere Tränchen floss auch. Schulzeit ist schon eine schöne Sache, und ich kann nur hoffen, dass es als Studentin ebenso viele schöne Momente geben wird.

Dienstag, 21. Juni 2011

Kurzgeschichte

Hallo liebe Leser.
Heute mal nichts von meinen Haaren, sondern eine Kurzgeschichte, die ich gestern geschrieben habe :D Vielleicht gefällts ja dem einen oder anderen. :)
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Memories

Draußen ist es schon fast dunkel, ein milder Sommertag neigt sich dem Ende zu. In vielen Gärten brennen noch Laternen, Familien sitzen zusammen und feiern, erzählen Geschichten oder trinken Wein. Eine Horde Halbstarker jagt über die Straße und wirft dabei einen Mülleimer um. Ein Hund bellt, wird aber schnell wieder beruhigt.
Die Nachbarskatze springt auf die Steinmauer, um dort ein Nickerchen zu machen.
Der Himmel ist leicht bewölkt, es wird vielleicht regnen, aber noch ist es angenehm warm. Ein leichter Wind erfrischt die Luft der Straße.
Auch im Haus Nummer 7 sind die Bewohner noch wach.
Das Ehepaar sitzt auf ihrem alten Sofa, dessen Blümchenmuster schon verblasst ist. Es steht in der Mitte des recht kleinen Raumes. Das Fenster zur Rechten wird verdeckt von hellen, schweren Vorhängen. Die Schönheit des heutigen Abends dringt nicht in dieses Wohnzimmer.
Das Abstelltischchen aus dunklem Holz steht nicht an seinem angestammten Platz links von dem Sofa. Heute steht es mittig davor, der verstaubte Diaprojektor sorgfältig darauf platziert. Ein Lichtstrahl sucht sich seinen Weg und endet auf der weißen Wand.
Alles harrt der Dinge, die da kommen werden.
„Lass uns unser Leben noch einmal leben“, sagt er und lässt das erste Bild auf der Wand erscheinen.
Es zeigt ein junges Mädchen, gerade mal fünfzehn Jahre alt. Sie sitzt an einem Klavier, die roten Locken verdecken ihr Gesicht. „Du bist immer noch so schön wie damals“, sagt er und streichelt die inzwischen ergrauten Wellen seiner Frau. „Das war der Tag, an dem wir uns kennen lernten, nicht?“, sagt sie. „Ich habe deine Gruppe begleitet mit dem Klavier...“

Das Klavier stand links am Rand der Tanzfläche. Das junge Mädchen fuhr sich nervös durchs Haar. Ob es gut gehen würde? Es war nicht irgendein Konzert, diesmal hing die gesamte Performance von ihrem Können ab. Wenn sie sich verspielte, wäre alles aus. Sie setzte sich. Ihr gegenüber standen die vier Tanzpaare bereit. Wie hübsch sie aussahen, in den langen Kleidern und dunklen Anzügen. Und so jung, sie konnten kaum älter als zwanzig sein.
Sie begann. Es lief alles wunderbar. Die Melodie floss dahin, riss alle mit, Tänzer wie Zuschauer. Es war wie in einer anderen Welt. Die Kleider wirbelten, die Paare verschmolzen zu einer Einheit. Noch nie hatte sie so etwas gesehen. Sie wusste nur eins – das wollte sie auch...

Das nächste Bild zeigt wieder das junge Mädchen, neben einem etwas älter wirkenden Mann. Sie trägt ein grünes Abendkleid, er einen Anzug. Beide lächeln glücklich. „Das war dein erster Ball...“

Er zog das Sakko über. Noch einmal das Haar überprüfen. Alles war bereit. Der Abschlussball stand an, dem alle seine Schüler entgegen fieberten – und er selbst auch. Erst zum zweiten Mal war er als Lehrer dabei. Noch gut konnte er sich an den eigenen Ball erinnern. Die Nervosität, die Freude. Die vielen Menschen, die Mädchen mit Blumen im Haar, die Jungen im Smoking.
Da kamen schon die ersten, jetzt ging es los. Am Eingang wurden Fotos gemacht, von den Paaren und auch mit dem Lehrer. Wie viele Filme wohl voll werden würden an diesem Abend?
Dort kam sie, seine Lieblingsschülerin. Das Kleid aus grüner Seide umspielte ihren Körper, das weiße Band in ihrem Haar stand ihr gut. Sie war anders als viele. Sie war in den Anfängerkurs gekommen, mit einer solchen Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, die ihn erstaunt hatte. Die meisten gingen nur in den ersten Kurs, nur um sich etwas die Zeit zu vertreiben. Sie aber wollte tanzen. Und sie lernte schnell. Er war sehr stolz auf sie. Wie hübsch sie heute aussah. Er stellte sich neben sie für das Foto. Beide lächelten...

Dia nach Dia zeigt nun immer ein tanzendes Paar. Dann sie, lachend, das Haar im Wind wehend. Er, auf einer Picknickdecke liegend. Das Paar in einem Café, Hand in Hand durch die Stadt laufend.
Sie, auf einem Steg sitzend, die Beine baumeln im Wasser. „Das war an deinem Geburtstag“, sagt er.

Es war erst März, doch das Wetter kündigte bereits den Sommer an. Die Sonne schien, es war der perfekte Tag. Sie war so glücklich wie noch nie. Heute war ihr Geburtstag und er wollte mit ihr feiern. Er hatte ihr eine Überraschung angekündigt. Was es wohl sein würde?
Vor dem Haus fuhr ein Auto vor. Sie sah aus dem Fenster. Ein schickes, rotes Cabrio stand dort, darin saß er. Jubelnd lief sie hinaus und umarmte ihn. Ein Ausflug sollte es also werden. Und das Auto hatte er nur für sie gemietet. Er wusste, wie gerne sie mit offenem Verdeck fuhr. Das ganze Wochenende durften sie fahren, in ein kleines Holzhäuschen am See. Kann man vor Glück sterben? Sie fühlte sich danach. Er war so perfekt. Abends saßen sie gemeinsam am See und schauten in die untergehende Sonne. Dieser Moment sollte ewig so bleiben. Er holte die alte Kamera. Ihr achtzehnter Geburtstag war für die Ewigkeit festgehalten...

Das nächste Dia flimmert auf. Beide stehen an Deck eines Schiffes. Er hält sie fest im Arm. Ihre Augen strahlen, das blaue Kostüm flattert im Wind. An ihrer Hand glitzert ein schmaler Ring.
„Da hast du mir den Antrag gemacht“, erinnert sie sich.

Er hatte sich gut vorbereitet. Heute würde es soweit sein. Drei Jahre waren nun vergangen, seit er sich in dieses Mädchen verliebt hatte. Drei wunderschöne Jahre, und es fühlte sich so perfekt an. Er wollte sie nie mehr los lassen. Er liebte alles an ihr, wie sie sich bewegte, wie sie tanzte, wenn sie sich umdrehte und lachte, wenn sie traurig war und er sie tröstete. Wenn sie am Klavier saß und das Stück spielte, bei dem sie sich in das Tanzen verliebt hatte, wenn sie sagte, dass sie ihn liebte. Und das alles würde er nie mehr los lassen. Heute war es soweit. Das kleine Kästchen in seiner Tasche wartete nur auf seinen Einsatz. Sie waren noch jung, ja, aber was machte das schon?
Er hatte ihr diese Schifffahrt geschenkt. Es war nur ein kleines Schiff, aber sehr hübsch. Sie liebte hübsche Sachen. Als sie oben an der Reling stand und die Umgebung bewunderte, die Hügel und Wälder, da kniete er vor ihr nieder und bat sie, für immer bei ihm zu bleiben. Ihr stiegen Tränen in die Augen, die der Wind mit sich trug. Sie nickte, und er gab ihr den schmalen Ring. Wie wunderbar er an ihr aussah. Wie schön sie war. Er war der glücklichste Mann der Welt...

Zärtlich streichelt er die Hand seiner Frau. Auch nach so vielen Jahren ist der Ring noch dort. Verändert, ja, aber ebenso strahlend wie damals. Sie schließt ihre Hand um seine.
Das letzte Dia erscheint auf der Wand. Es ist das Hochzeitsfoto. Sie hat einen Traum aus Weiß an, eine lange Schleppe hinter ihr. Kleine Kinder haben Rosenblätter gestreut, die jetzt auf den Stufen der Kirche liegen. Ihre Haare umrahmen ihr Gesicht wie eine Krone. Sie schauen sich an, das Glück strahlt in ihren Augen.

Es war im Sommer. Ein heißer Tag, doch das kümmerte sie nicht. Sie hatten nur Augen für sich. Endlich war es soweit. So lange hatte sie davon geträumt, seit aus der Liebe zum Tanz die Liebe zum Tanzlehrer geworden war. Fast vier Jahre. Inzwischen war sie neunzehn und wusste, was sie wollte. Ihr Leben war perfekt. Er war perfekt. Nie wieder wollte sie getrennt sein von ihm. Ihr Vater hatte Tränen in den Augen, als er sie zum Altar führte. Sie drückte seine Hand und lächelte. Dann trat sie neben ihn, neben den, der sie von nun an immer begleiten würde.
Es war nur eine kleine Feier, nur Familie und die engsten Freunde waren da. Alle jubelten, als sie aus der Kirche kamen. Was für ein tolles Paar, beide so gutaussehend. Noch so jung, und doch so sicher. Die Kinder aus der Tanzschule streuten Blumen und ihr Vater machte das Foto. Die Kamera hatte schon so viel mitgemacht. Sie hatte das Paar begleitet, seit sie sich kannten. Und sie würde es weiterhin tun...

Heute, genau 60 Jahre später, lächelt das Paar noch genauso glücklich. „Ich werde dich lieben und ehren“, sagt er. „Bis das der Tod uns scheidet“, sagt sie.
Die alte Kamera, die auf der Kante des Tisches liegt, fällt herunter. Die Linse zerbricht.